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ÜBERSICHT> Stillen > Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit > Muttermilchersatz- nahrung bei Risikokindern> Haustiere > Hausstaubmilben > Schimmel und Luftfeuchtigkeit > Tabakrauch > Innenraumschadstoffe > Impfungen > Körpergewicht > Kfz-Emissionen > Probiotika






























Neueste Leitlinien zur Allergieprävention:
Dtsch Ärzteblatt Int 2009; 106(39):625-31

Die Zahl der allergischen Erkrankungen nimmt in westlichen Industrienationen zu. Muche-Borowski und Mitarbeiter haben hierzu eine klinische Leitlinie zur Allergieprävention erarbeitet. Diese Empfehlungen gelten insbesondere für Risikokinder, also Kinder mit familiärer Belastung, bei denen mindestens 1 Elternteil und/oder Geschwisterkind Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis haben. Die Wissenschaftler kamen zu folgenden Ergebnissen:

1. StillenAusschließliches Stillen über einen Zeitraum von 4 Monaten wirkt sich günstig zur Verhinderung von Erkrankungen mit allergischer Überempfindlichkeit (=atopische Erkrankungen) aus.

2. Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft und StillzeitEs wird eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung empfohlen. Es gibt keine Hinweise, daß die Vermeidung bestimmter Nahrungsmittelallergene während der Schwangerschaft oder Stillzeit anzuraten ist. Fischhaltige Ernährung scheint einen günstigen Effekt zur Verhinderung allergischer Erkrankungen zu haben.

3. Muttermilchersatznahrung bei RisikokindernFalls das Stillen nicht ausreichend möglich ist, sollte eine normale Säuglingsnahrung oder hypoallergene Säuglingsnahrung verwendet werden. Derzeit besteht die Empfehlung eine Beikost nicht vor dem 4. Lebensmonat einzuführen. Fischkonsum im Kindesalter scheint auch hier die Ausbildung allergischer Erkrankungen zu verhindern. Eine allgemeine Diät zur Allergieprävention kann jedoch nicht empfohlen werden.

4. HaustiereBei Personen ohne Risikoprofil besteht gegen eine Haustierhaltung keine Einschränkung. Die Haltung von Katzen wird bei Risikokindern nicht empfohlen. Hundehaltung ist wahrscheinlich nicht mit erhöhtem Risiko verbunden.

5. HausstaubmilbenEine Reduktion von Hausstaubmilben als Primärprävention ist nicht zu empfehlen

6. Schimmel und LuftfeuchtigkeitKlima, welches das Wachstum von Schimmelpilzen fördert sollte vermieden werden.

7. TabakrauchAktives und passives Rauchen begünstigt ein erhöhtes Allergierisiko.

8. InnenraumschadstoffeHierzu zählen flüchtige organische Verbindungen (Formaldehyde bei Maler und Renovierungsarbeiten). Solche Stoffe wirken begünstigend auf allergische Erkrankungen

9. ImpfungenEs gibt derzeit keine Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko steigern. Allerdings können sie das Allergierisiko senken. Es wird empfohlen Kinder nach den STIKO-Richtlinien zu impfen.

10. KörpergewichtEine Senkung des Körpergewichtes bei übergewichtigen Kindern senkt das Allergierisiko

11. Kfz-Emission Schadstoffausstoßungen, wie z.B. Stickoxide, bei Anwohnern stark befahrener Straßen gehen mit einem erhöhten Risiko für allergische Erkrankungen einher, insbesondere gilt dies für Asthma.

12. ProbiotikaEine Empfehlung zur Aufnahme von Probiotika zur Prävention von Allergien kann derzeit noch nicht ausgesprochen werden.



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