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ÜBERSICHT> Warum ist das Neugeborenen-Hörscreening so wichtig?> Wie wird die Früherkennung von Hörstörungen bei Neugeborenen durchgeführt?> Was versteht man unter Otoakustischen Emissionen (OAEs)? > Was bedeutet Hirnstammaudiometrie?> Welche Aussagen können mit Hilfe der Testergebnisse getroffen werden?> Können Hörstörungen bei Neugeborenen therapiert werden?> Muss Ihr Kind an der Untersuchung teilnehmen?

OAE-Test nicht bestanden



OAE-Test bestanden





















Neugeborenen-Hörscreening

Die Feststellung von Hörstörungen bei Neugeborenen durch das Neugeborenen Hörscreening ermöglicht die frühzeitige Einleitung einer effizienten Förderung der Hör- und Sprachentwicklung eines Kindes. Diese sind wiederum wichtig für eine normale geistige, soziale, emotionale, bildungs- und berufsbezogene Entwicklung.



Warum ist das Neugeborenen-Hörscreening so wichtig? Die Voraussetzung für eine normale Sprachentwicklung ist ein normales Hörvermögen. Erst die normale Sprachbildung ermöglicht eine ungestörte geistige, soziale und emotionale Entwicklung eines Menschen. Das Zeitfenster für die normale Sprachentwicklung eines Menschen liegt in einem sehr frühen Entwicklungsstadium nach der Geburt und ist sehr knapp bemessen. Je früher man Störungen dieser Entwicklungsphase erkennt, umso effizienter können Sprachdefizite erfolgreich korrigiert werden.

Die Häufigkeit und Ursachen von Hörstörungen bei Neugeborenen. Bei 2-3 von 1000 Kindern bestehen bleibende Hörstörungen. Die Hörstörungen sind rein äußerlich kaum oder nur schwer erkennbar und bleiben oft über einen langen Zeitraum unbemerkt. Als Ursache liegen in seltenen Fällen angeborene Hörstörungen vor. Demgegenüber stehen Hörstörungen, die durch Erkrankungen um die Phase des Geburtstermins entstehen (z.B. Röteln-Infektion, Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft, Sauerstoffmangel, etc.) .


Wie wird die Früherkennung von Hörstörungen bei Neugeborenen durchgeführt? Die Untersuchung des Hörvermögens von Neugeborenen wird in den ersten Lebenstagen durchgeführt. Der Test ist völlig ungefährlich und schmerzfrei. Idealerweise wird er am schlafenden kurz zuvor gestilltem Kind durchgeführt. Bei dem Test stehen zwei Verfahren zur Verfügung:

1. Messung der otoakustischen Emissionen (OAE-Messung)
2. Hirnstammaudiometrie.

Was versteht man unter Otoakustischen Emissionen (OAEs)? Das Innenohr mit seinen Sinneszellen ist nicht nur in der Lage Schall aufzunehmen, sondern nach einer Reizung durch leise Klickgeräusche, auch Töne abzugeben, die mit empfindlichen Mikrophonen im äußeren Gehörgang gemessen werden können. Diese Schallwellen können nur von einem gesunden Innenohr ausgesendet werden. Diese Schallemissionen sind mit einem Echo vergleichbar. Fehlen derartige „Schallechos“ kann somit ein Hinweis auf eine Schädigung des Innenohres bei der Schallaufnahme bestehen. Aber ein negatives Ergebnis bedeutet noch lange nicht, dass das Kind schwerhörig ist. Unruhe des Kindes, aber auch Flüssigkeit im Ohr können die Aussendung solcher Schallechos vermindern und das Meßergebnis falsch beeinflussen.



Was bedeutet Hirnstammaudiometrie? Man bezeichnet dieses Verfahren im Englischen auch als BERA (Brainstem electric response audiometry) oder als ABR (auditory brainstem response). Sie ist ebenfalls eine objektive Methode, Hörstörungen auch bei Neugeborenen sicher festzustellen. Die BERA ist mit einer EEG-Untersuchung (Hirnstrommessung) vergleichbar und dauert nur wenige Minuten. Dazu wird ein Schallgeber ähnlich einem Telefonhörer auf das betreffende Ohr gesetzt. Nach einer Beschallung des Ohres mit Klickgeräuschen messen gleichzeitig angebrachte Elektroden auf dem Köpfchen des Kindes die elektrische Aktivität des Gehirns. Gemessen wird dann der Zeitraum von der Abgabe des Schalls bis zum Eintritt einer elektrischen Erregung im Gehirn. Damit kann nicht nur eine Aussage über die Innenohraktivität, sondern auch eine Aussage über die Funktion der Hörbahn hinter der Hörschnecke getroffen werden. Diese Untersuchung sollte beim schlafenden Kind durchgeführt werden, um störende Signale zu verhindern.

Welche Aussagen können mit Hilfe der Testergebnisse getroffen werden? Ist das Testergebnis unauffällig, kann eine Hörstörung weitestgehend ausgeschlossen werden. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet noch nicht, dass ein Kind schlecht hört, sondern dass ein kontrollbedürftiges Ergebnis vorliegt. Nur ungefähr 1 Kind von 40 getesteten und im Screening auffälligen Kindern ist tatsächlich schwerhörig. Ein auffälliges Testergebnis macht deshalb eine genauere Untersuchung in einem speziellen Zentrum erforderlich. Umgekehrt sollten aber auch die Eltern von Kindern mit unauffälligen Testergebnissen darauf achten, dass Ihr Kind auch weiterhin gut hört.

Können Hörstörungen bei Neugeborenen therapiert werden? Leider sind solche Hörstörungen derzeit noch nicht heilbar. Aber es besteht die Möglichkeit einer effizienten unterstützenden Therapie, die eine normale Entwicklung des Kindes ermöglicht. Hierzu zählen unter anderem die Versorgung mit Hörgeräten, eventuell auch Mittelohroperationen oder die Versorgung mit einem Cochlea-Implant (Hörprothese). Je schneller die Frühförderung einsetzt, desto besser kann die Entwicklung des Kindes positiv beeinflußt werden.

Muss Ihr Kind an der Untersuchung teilnehmen? Die Teilnahme am Neugeborenen-Hörscreening ist freiwillig, die Kosten werden von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Wir raten dringend dazu, diese Untersuchung bei Ihrem Kind durchführen zu lassen.

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