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ÜBERSICHT> Primäres oder einfaches Schnarchen > Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom > Therapie Verfahren bei schlafbezogenen Atemstörungen > Das operative Therapieregime /
Drei-Etagen-Therapie


Schlafscreening Untersuchung

WEITERE THEMEN > Fragebogen Schlafapnoe-Syndrom


























„Schatz, Du schnarchst!!“

Diesen Satz hört man oft, denn zwischen 19 und 37% der Deutschen schnarchen. Obwohl reines Schnarchen nicht gefährlich ist, werden partnerschaftliche Beziehungen auf eine harte Zerreißprobe gestellt. Treten zusätzlich auch Atemaussetzer während des Schlafes auf, besteht langfristig ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Schlaganfälle. Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie von schlafbezogenen Atemstörungen ist damit eine Untersuchung des Schlafverhaltens und Messung der nächtlichen Atemtätigkeit.

Primäres oder einfaches SchnarchenDie HNO-ärztliche Untersuchung und Therapie zielt im Wesentlichen auf die Erkennung und Beseitigung möglicher Engstellen ab. Durch die während des Schlafes herabgesetzte Muskelspannung im oberen Atem- und Speisewegbereich kommt es zu einem teilweisen oder gar vollständigen Verschluss der Passage. Bei einer Teilverlegung der Atemwege kann der Luftfluss weiterhin erfolgen, ohne dass die Schlaftiefe gestört wird. Das Gewebe beginnt während der Atemtätigkeit zu vibrieren und erzeugt das typische Schnarchgeräusch, vergleichbar mit einem flatterndem Segel im Wind. Diese Situation ist für den Betroffenen nicht gefährlich, allerdings können die Lebenspartner durch die Schnarchgeräusche stark belästigt werden.

Obstruktives Schlafapnoe-SyndromGeht das Schnarchen jedoch mit einer Verminderung der Sauerstoffkonzentration einher oder kommt es zu einer totalen Verlegung der Atemwegspassage mit länger andauernden Atemaussetzern, führt dies aufgrund der Sauerstoffminderversorgung zu einer Störung des erholsamen Schlafes. Solche Patienten leiden - häufig unbemerkt – unter Weckreaktionen, die die normale Schlafarchitektur zerstören.

Luftpassagehindernisse im HNO-Bereich
Die Engstellen im HNO-Bereich liegen im Niveau:
der Nasen und Nasennebenhöhlen
des Nasenrachenraumes
des weichen Gaumens
des Ober- und Unterkiefers bei Fehlstellungen
der Gaumenmandeln
des Zungengrundes
des Kehlkopfes

Ambulantes Schlafscreening (Polygraphie)

Therapie Verfahren bei schlafbezogenen Atemstörungen:Die HNO-ärztliche Untersuchungen dient zur Identifikation solcher „Schwachstellen“ und damit zur Festlegung einer individuellen Therapie. Hierzu stehen konservative als auch operative Behandlungsmethoden zur Verfügung. Nach wie vor gilt als Goldstandard in der Therapie des obstruktiven Schnarchens und des mittelschweren bis schweren Schlafapnoe-Syndroms die Versorgung mit einer Überdruckbeatmung. Dabei handelt es sich um eine im Schlaflabor individuell angepasste Beatmungstherapie, die im Sinne einer Schiene die Atemwege durch Aufbau eines Überdruckes die Atemwege offen hält und sie so vor einem Kollaps bewahrt.

Bei Bissfehlstellungen kann die Anpassung einer sogenannten Protrusionsschiene vorgenommen werden. Diese spezielle Zahnschiene führt zur Vorverlagerung des Unterkiefers mit gleichzeitiger Erweiterung des Rachenbereiches.

Das operative Therapieregime beim einfachen Schnarchen und leichten Formen des obstruktiven Schnarchens und Schlafapnoe-Syndroms umfasst eine sogenannte Drei-Etagen-Therapie: 1. Zur Verbesserung einer mechanisch verlegten Nasenatmung dienen die minimalinvasive Begradigung der Nasenscheidewand (Septumplastik), die meist mit einer Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln kombiniert wird. Bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen mit Behinderung der Nasenpassage durch Polypen erfolgt die Durchführung einer Nasennebenhöhlenoperation.

2. Bei vergrößerten Gaumenmandeln (Tonsillen) und einer Verlängerung des Gaumenzäpfchens sowie des hinteren Gaumenbogens, erfolgt die plastische Straffung des weichen Gaumens durch die sogenannte UPPP (Uvulopalatopharyngoplastik): Nach Entfernung der Gaumenmandeln wird das Zäpfchen umgeschlagen und am weichen Gaumen vernäht. Durch den Heilungsprozess kommt es im Verlauf zu einer Narbenbildung mit einer Straffung des Gaumens und einer Erweiterung der Atemwege im Schlundbereich. Durch die Verhärtung des Gewebes kann ferner die Vibration des Gewebes und damit das Schnarchgeräusch verhindert werden.

3. Besteht zusätzlich eine Gewebsvermehrung des Zungengrundes kann durch die gezielte Applikation mit Hilfe einer Wärmenadel das Weichteilgewebe zum Schrumpfen gebracht werden. Auch hier spielen im Wesentlichen gewünschte Vernarbungsprozesse eine Rolle, die zur Straffung des Zungengrundes und damit zu einer Erweiterung der Atemwegspassage führen. Das Verfahren wird als Hochfrequenzdiathermie bezeichnet und kann teilweise auch am Gaumen eingesetzt werden.

4. Beim primärem Schnarchen besteht zusätzlich die Option der Applikation von Gaumenimplantaten. Es handelt sich um zylindrisch geformte Polyethylenterephthalat (PET)-Implantate, die minimalinvasiv in lokaler Betäubung in den weichen Gaumen eingesetzt werden. Ähnlich wie bei der UPPP oder HFD induzieren diese Implantate die Entstehung von Narbengewebe und damit eine Straffung des Gaumens.
Die operativen Maßnahmen müssen individuell mit dem Patienten abgestimmt werden. Sie sind hilfreich für die Behandlung des einfachen Schnarchens und bei leichten Formen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms.

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.


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