Poststrasse 22 / 53111 Bonn
Tel: 0228 / 632763 / Fax: 0228 / 632338


ÜBERSICHT> Ziel der Untersuchung > Wie entsteht Schwindel? > Welche Ursachen gibt es für den Schwindel > Schwindel aus Sicht des HNO-Arztes> Wie erfolgt die Untersuchung der Gleichgewichtsorgane?

Schwindeltestung




























„Wenn sich alles dreht!“

Das wichtigste Ziel der HNO-ärztlichen Untersuchung bei Schwindelbeschwerden besteht in der Funktionsprüfung des Hörsystems und der Gleichgewichtsorgane des Innenohres unter Einbeziehung verschiedener betroffener Organsysteme.
Jeder kennt das Gefühl, wenn sich alles dreht oder die Umgebung schwankt wie ein Schiff. Schwindel kann unter bestimmten Bedingungen als sehr unangenehm empfunden werden. Gelegentlich besteht sogar Übelkeit und Erbrechen mit völligem Orientierungsverlust. Drei Organsysteme sind für die normale Orientierung im Raum erforderlich. Diese sind einerseits die Augen. Im Zusammenhang mit der Orientierungsfähigkeit geben sie uns Informationen über Entfernungen und über bewegte und unbewegte Objekte. Der muskuläre Halteapparat gibt Auskunft über die Stellung des Körpers im Raum. Bestimmte Sensoren in den Muskeln messen permanent deren Spannungszustände und können zu Veränderung der Haltung des Körpers führen. Das subjektive Gefühl einer geradlinigen oder drehenden Bewegung des Körpers wird durch die sogenannten Schwindelapparate (Vestibularsystem) vermittelt. Diese sind Bestandteile der Innenohren.



Wie entsteht Schwindel? Fällt eines der Orientierungssysteme aus oder geben die Systeme unterschiedliche Informationen an das Gehirn, entsteht das Gefühl, welches wir als Schwindel bezeichnen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Seekrankheit: Befindet sich ein Passagier in seiner Kabine Unterdeck bei hohem Seegang, vermitteln ihm die Augen eine scheinbar unbewegte Kajüte, gleichzeitig melden Ihm aber die Muskulatur und die Gleichgewichtssymptome der Ohren eine Auf- und Abbewegung durch das Schwanken des Schiffes. Diese unterschiedlichen Reizinformationen kann das Gehirn nicht eindeutig zuordnen und reagiert unter Umständen mit heftigen vegetativen Symptomen, wie Übelkeit und Erbrechen.

Welche Ursachen gibt es für den Schwindel? Die Seekrankheit ist nur eine von einer Vielzahl von Ursachen, die einen Schwindel verursachen. Herz-Kreislaufstörungen, Durchblutungsstörungen, Störungen der Halswirbelsäule, Hirnerkrankungen, Medikamente und psychische Belastungen können ebenfalls zu Schwindelbeschwerden führen. Diese müssen durch die einzelnen Fachdisziplinen (Internisten, Neurologen, Augenarzt) abgeklärt werden.

Schwindel aus der Sicht des HNO-Arztes Die primäre Aufgabe des HNO-Arztes bei Schwindel besteht in der Untersuchung der Ohren auf mögliche krankhafte Veränderung und der gezielten Funktionsprüfung beider Gleichgewichtsorgane. Manche Ohrerkrankungen, wie z.B. der Morbus Menière, gehen neben Schwindelbeschwerden auch mit Hörminderungen einher. Dies liegt in der engen anatomischen Beziehung des Hörorgans zum Schwindelorgan des Innenohres.



Wie erfolgt die Untersuchung der Gleichgewichtsorgane? Schwindel ist direkt nicht meßbar. Man kann nur indirekt auf vorliegende Störungen des Gleichgewichtsorganes schließen. Die Grundlage dafür ist eine Verbindung des Gleichgewichtsorganes mit der Steuerung der Muskulatur für Augenbewegungen. Erkrankungen des Gleichgewichtsorganes haben meist krankhafte schnelle Augenbewegungen (Nystagmen) zur Folge, die über eine Videokamera in einer speziellen Meßbrille erfaßt werden. Die Funktionsprüfung der Schwindelorgane beinhaltet u.a. eine „Spülung“ der Trommelfelle mit warmer und kalter Luft, die über eine Sonde im äußeren Gehörgang erfolgt. Die thermische Reizung der Ohren löst eine Erregung der Schwindelorgane aus, die wiederum eine schnelle Augenbewegung zur Folge hat. Die einzelnen schnellen Augenbewegungen können dann gemessen und für beide Innenohren gegeneinander verglichen werden. Ist die Funktion eines Innenohres gestört, können nur wenige oder keine schnellen Augenbewegungen ausgelöst werden. Hier spricht man von einer Unterfunktion des betroffenen Gleichgewichtsorgans.


< zurück

| Site Map | Impressum | Kontakt | 2009- HNO-Praxis-Reich